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4.11.2019 | Ganztägiger Warnstreik an der Uniklinik Ulm

4. November 2019

4.11.2019 | Ganztägiger Warnstreik an der Uniklinik Ulm

31.10.2019

Tarifrunde Unikliniken Baden-Württemberg

Ganztägiger Warnstreik an der Uniklinik Ulm

Für Montag 4. November 2019 ruft ver.di Teile der Beschäftigten der Uniklinik Ulm mit Beginn des Frühdienstes zum Warnstreik auf. Damit soll der Druck auf die Arbeitgeber vor der dritten Verhandlungsrunde am 8. November erhöht werden. Aufgerufen die Arbeit ganztägig niederzulegen sind u.a. Beschäftigte aus den OP-Bereichen und weiteren Betten- und Funktionseinheiten.  „Die Beschäftigten sind empört über das magere Lohnangebot der Arbeitgeber in der letzten Verhandlungsrunde“ beschreibt Maria Winkler, Geschäftsführerin des ver.di Bezirks Ostwürttemberg-Ulm die Stimmung in der Belegschaft und betont, „der Streik richtet sich nicht gegen die Patienten“.

Die streikenden Beschäftigten und Auszubildende der Uniklinik Ulm sind aufgerufen sich am Montag um 9:00 Uhr vor dem Haupteingang der Kinderklinik am Michelsberg zu versammeln. Sie ziehen in einem Demonstrationszug durch die Stadt über den Münsterplatz zum Weinhof. Dort findet um 10 Uhr eine Streikkundgebung unter freiem Himmel statt an der u.a. auch der ver.di Landesbezirksleiter Martin Groß sprechen wird.

ver.di hat mit dem Arbeitgeber Regelungen über einen Notdienst getroffen, die vorsehen, dass für eventuelle Notfälle eine ausreichende Personalbesetzung vorhanden ist, jedoch elektive Maßnahmen und Diagnostik an diesem Tag nicht stattfinden. Auf den Stationen sichert jeweils eine Mindestbesetzung von Pflegekräften die pflegerische Versorgung.

Bei der zweiten Verhandlungsrunde zum Entgelt am 25. Oktober zwischen ver.di und den vier Unikliniken im Land hatten die Arbeitgeber ein Angebot vorgelegt, das in den nächsten drei Jahren Lohnerhöhungen von 2% / 1,5% / 1,5 % vorsieht. Für Pflegekräfte soll es eine Zulage von 200 bzw. 100 € monatlich geben.

Die Tarifverhandlungen werden in dritter Runde fortgesetzt am Freitag 8.11. um 10:30 Uhr im Waldaupark der SSB in Stuttgart.

Die Gewerkschaft fordert für die rund 25.000 von diesem Tarifvertrag betroffenen Beschäftigten in Heidelberg, Tübingen, Freiburg und Ulm acht Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von 18 Monaten. Um die Pflege zu stärken, hat der Gesetzgeber mit dem Pflegepersonalstärkungsgesetz die Refinanzierung von Entgeltsteige-rungen und Verbesserungen der Arbeitsbedingungen für die Pflege garantiert. ver.di fordert deshalb für diese Beschäftigten 200 Euro im Monat zusätzlich.

Darüber hinaus erwartet ver.di Verhandlungen über einen Tarifvertrag alternsgerechtes Arbeiten sowie die zeitliche Höherbewertung der Samstags-, Sonntags-, Feiertags- und Nachtarbeit: die Arbeitszeit zu diesen Zeiten soll mit dem anderthalbfachen Zeitfaktor bewertet werden.

Für die Auszubildenden soll es 130 Euro/Monat mehr geben sowie fünf freie Lerntage pro Ausbildungsjahr, um sich besser auf die anspruchsvollen Prüfungen und Klausuren vorbereiten zu können.

Für die vier baden-württembergischen Uniklinika in Ulm, Tübingen, Heidelberg und Freiburg gilt ein eigener Tarifvertrag mit dem Arbeitgeberverband Uniklinika, von dem rund 25.000 Beschäftigten an den vier Kliniken betroffen sind. Die Ärzt*innen fallen unter den Tarifvertrag Ärzte Länder, das wissenschaftliche Personal als Landesbeschäftigte unter die Tarifbestimmungen des Landes.

Pressekontakt

ver.di Bezirk Ostwürttemberg-Ulm
Maria Winkler, Bezirksgeschäftsführerin
Weinhof 23
89073 Ulm
0731 / 96724-0