Pressemitteilungen

Aufwertung der Sozial- und Erziehungsberufe - Arbeitsniederlegung …

Aufwertung der Sozial- und Erziehungsberufe - Arbeitsniederlegung am Freitag

18.03.2015

Aalen  /  Ulm  Im Rahmen der Tarifrunde über eine verbesserte Eingruppierung der Erziehungs- und Sozialberufe wird es am Freitag im Ostalbkreis und in der Stadt Ulm zu Arbeitsniederlegungen kommen. Nach dem Warnstreik der KiTa-Beschäftigten in Schwäbisch Gmünd  ruft die Gewerkschaft ver.di am Freitag die Beschäftigten der städtischen Kindertagesstätten in Aalen und in Ulm zu einem ganztägigen Warnstreik auf. Sozialarbeiter/-innen der Stadt Ulm und des Landratsamt Alb-Donau Kreis werden bis Mittag die Arbeit niederlegen. Maria Winkler, Geschäftsführerin des ver.di Bezirk Ostwürttemberg-Ulm geht von einer hohen Beteiligung aus, denn „die Beschäftigten wissen aus dem Jahr 2009, dass die kommunalen Arbeitgeber nur mit Druck zu einem Angebot zu bewegen sind.“

Ulm/ Die zu Warnstreik aufgerufenen Beschäftigten treffen sich um 9 Uhr am Neuen Brunnen (Hirschstraße in Ulm) und werden in einem Umzug durch die Stadt ziehen. Die ver.di Landesbezirksleiterin Frau Leni Breymaier ist am Freitag in Ulm (ver.di Landesbezirkskonferenz im Congress-Center) und wird um 9:00 Uhr die Streikenden „besuchen“. Gegen 9:30 Uhr ist eine Kundgebung auf dem Weinhof geplant bei der u.a. Betroffene auf das Anliegen eingehen. Die von der Schließung betroffenen Eltern wurden am Dienstag informiert. „Die meisten Eltern zeigen sich sehr solidarisch gegenüber dem Personal“, betont Maria Winkler und „haben Verständnis für die Forderungen der Erzieherinnen“. ver.di geht davon aus, dass alle 29 Kindertagesstätten der Stadt Ulm am Freitag geschlossen bleiben. Weitere betroffene Beschäftigte aus den Abteilungen der Sozialen Dienste der Stadt und des Landkreises werden sich dem Protest anschließen und bis 12 Uhr die Arbeit niederlegen.  

Aalen  /  Die Erzieherinnen und Kinderpflegerinnen der städtischen Kindertagesstätten sind aufgerufen ganztägig die Arbeit niederzulegen. Als zentraler Treffpunkt für Informationen und Gespräche dient ab 10 Uhr die Gaststätte „zum Alten Postamt“ in der Bahnhofstr. 38 in Aalen. Die betroffenen Eltern wurden am Mittwoch informiert. „Die meisten Eltern zeigen sich aufgeschlossen gegenüber dem Anliegen des Personals“, betont Maria Winkler und „haben Verständnis für die Forderungen der Erzieherinnen“. ver.di geht davon aus, dass alle sechs städtischen Einrichtungen am Freitag geschlossen bleiben.

ver.di steht aktuell in der Tarifrunde zur Aufwertung der Berufe im Sozial- und Erziehungsdienst. Bereits der Auftakt der Tarifverhandlungen am 25.2.15 lässt die Einschätzung zu, dass hier eine schwierige und längere Tarifauseinandersetzung bevorsteht. Maria Winkler, Geschäftsführerin des ver.di Bezirk Ostwürttemberg-Ulm stellt fest, dass „die gesellschaftliche Bedeutung der Sozial- und Erziehungsberufe zwar allgemein betont wird, aber in der Bezahlung der Beschäftigten schlägt sich das nicht nieder“. Dies möchte die Gewerkschaft ver.di ändern und hat die kommunalen Arbeitgeber zu Tarifverhandlungen über eine verbesserte Eingruppierung aufgefordert.

ver.di ruft vor der Verhandlungsrunde am 23. März 2015 bundesweit Beschäftigte aus Kindertagesstätten, Einrichtungen der Jugendhilfe und weiteren Sozialen Diensten zu Arbeitsniederlegungen auf, um den Druck auf die Kommunalen Arbeitgeber zu steigern. Diese hatten in der ersten Verhandlungsrunde kein Angebot vorgelegt.

Erzieherinnen und Erzieher sind längst nicht mehr nur für die bloße Betreuung der Kinder zuständig. Tatsächlich sind sie pädagogische Fachkräfte, die mit vielfältigen Erziehungs- und Bildungsaufgaben Kinder „schulreif“ machen. Dazu gehört Sprachförderung (auch für Kinder mit Migrationshintergrund oder aus schwierigem sozialem Umfeld), Anleitung zu Experimenten für naturwissenschaftliches und mathematisches Verständnis, aber auch Erziehung zur Selbständigkeit. Sie müssen die Fortschritte in Bildungsberichten dokumentieren, führen regelmäßige Elterngespräche und fungieren zusätzlich vielfach als Ansprechpartner und Netzwerker in der Stadtteilarbeit. Im Vergleich zu anderen Bachelor-Abschlüssen (technischer oder naturwissenschaftliche Fächer) verdienen die Erzieherinnen – abhängig von ihrer Beschäftigungsdauer 300 € - 500 € im Monat weniger.

Pressekontakt

ver.di Bezirk Ostwürttemberg-Ulm
Maria Winkler, Bezirksgeschäftsführerin
Weinhof 23
89073 Ulm
0731 / 96724-0