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Tarifrunde ÖD 2018

ver.di zieht Resümee zur ersten Warnstreikwelle

Beteiligung ausgesprochen hoch

23.03.2018

Beteiligung ausgesprochen hoch

Eine heftige Warnstreikwelle rollte diese Woche durch den ver.di Bezirk Ostwürttemberg-Ulm: Dienstag in Ulm beginnend über Heidenheim, den Ostalb Kreis hinweg, fanden die Arbeitsniederlegungen im öffentlichen Dienst am Freitag ihr vorläufiges Ende. „Die Streikbereitschaft ist sehr hoch“, zieht Maria Winkler, Geschäftsführerin des ver.di Bezirk Ostwürttemberg-Ulm ihr Resümee zur ersten Woche. Für die Zeit während der Osterferien kündigt sie betriebliche Aktionen und kleinere Warnstreiks an.

Insgesamt 1.500 Streikende im Bezirk haben sich im Verlauf der ersten Warnstreikwelle in die Streiklisten der ver.di eingetragen. Diese ungewöhnlich hohe Beteiligung führt ver.di auf die Haltung der kommunalen Arbeitgeber am Verhandlungstisch zurück. „Kein Angebot in der zweiten Verhandlungsrunde ist schon Provokation genug“ gibt Maria Winkler die Stimmung wieder. Der Versuch die Sparkassenbeschäftigten von der Lohnentwicklung abzukoppeln „löst Empörung aus“. Die 386 deutschen Sparkassen haben in 2017 ihr Jahresergebnis nochmals steigern können auf 2,2 Milliarden Euro nach Steuern. „Im Nachgang eines solchen Rekordergebnisses ein Sonderopfer von seinen Beschäftigten zu verlangen, ist ein-fach nur unanständig“. Insbesondere den Sparkassenvorständen kündigt Maria Winkler ein „unruhiges Ostern“ an.

Am Freitag waren vorerst die letzten Arbeitsniederlegungen dieser Woche in Ulm und Schwäbisch Gmünd zu vermelden. In Ulm waren Beschäftigte der Bürgerdienste zu einem ganztägigen Warnstreik aufgerufen. Die Information der Stadt Ulm am Vortag, dass sich die Bürger auf längere Wartezeiten einrichten sollten war irreführend: tatsächlich blieben die Schalter den ganzen Tag geschlossen, da die wenigen Beamten nicht in der Lage waren, einen ordnungsgemäßen Betrieb zu gewährleisten. „Mit 85 Streikenden war auch hier die Beteiligung sehr hoch“, freute sich Maria Winkler.

Ein kurzfristig angekündigter Warnstreik betraf am Freitag auch die EDV-Abteilung der Stadt Ulm. Die Tarifbeschäftigten sind dem Aufruf geschlos-sen gefolgt, mit der Folge von deutlichen Störungen in der innerstädtischen Kommunikation.

In Schwäbisch Gmünd sind rund 180 Beschäftigte am Freitag in einen Warnstreik getreten. Stark vertreten bei der Kundgebung um 13 Uhr vor dem Haupteingang des Stauferklinikums waren die Krankenhausbeschäftigten und die handwerklich tätigen Beschäftigten der Stadt, der Stadtwerke, der Straßenmeisterei und die Bäderbetriebe.


ver.di fordert in der laufenden Tarifrunde für die Beschäftigten bei Bund und Kommunen eine Erhöhung der Entgelte um 6 Prozent, mindestens 200 € monatlich sowie für die Auszubildenden 100 € mehr und einen Tarifvertrag für Ausbildungsverhältnissen, die bislang nicht tariflich geregelt sind. Im ver.di Bezirk Ostwürttemberg-Ulm sind rund 15.000 Tarifbeschäftigte in Verwaltungen, Krankenhäusern, Bauhöfen, Kindertagesstätten, Kultureinrichtungen, Energiebetrieben und im Nahverkehr betroffen. Die öffentlichen Arbeitgeber haben in der zweiten Verhandlungsrunde kein Angebot vorgelegt.

Pressekontakt

ver.di Bezirk Ostwürttemberg-Ulm
Maria Winkler, Bezirksgeschäftsführerin
Weinhof 23
89073 Ulm
0731 / 96724-0