Nachrichten

Erste Warnstreiks an der Uniklinik Ulm

Tarifrunde Unikliniken Baden-Württemberg

Erste Warnstreiks an der Uniklinik Ulm

Warnstreikaufruf ver.di Ulm Warnstreikaufruf  – Warnstreikaufruf

Tarifrunde Unikliniken Baden-Württemberg

Erste Warnstreiks an der Uniklinik Ulm

Für Donnerstag 24. Oktober ruft ver.di Teile der Beschäftigten der Uniklinik Ulm während des Frühdienstes zum Warnstreik auf. Damit soll der Druck auf die Arbeitgeber vor der zweiten Verhandlungsrunde am kommenden Freitag erhöht werden. Aufgerufen sind u.a. Beschäftigte aus den OP-Bereichen und weiteren Betten- und Funktionseinheiten die Arbeit stundenweise niederzulegen. „Der Streik richtet sich nicht gegen die Patienten,“ betont Maria Winkler, Geschäftsführerin des ver.di Bezirks Ostwürttemberg-Ulm.

Unter dem Motto „Frühstück statt Frühdienst“ versammeln sich Beschäftigte und Auszubildende der Uniklinik Ulm am Donnerstag 24.10.19 zwischen 7 Uhr und 9 Uhr im Haus der Gewerkschaften, Weinhof 23 in Ulm und zeigen für ihre Forderungen Flagge. In den letzten zwei Wochen wurden in der Uniklinik-Belegschaft Unterschriften für die Tarifforderungen gesammelt. "Die Beschäftigten in Ulm stehen hinter der ver.di Forderung und erwarten ein verhandlungsfähiges Angebot von ihrem Arbeitgeber“, so Maria Winkler. Bei der ersten Verhandlungsrunde vor zwei Wochen hatten die Arbeitgeber kein Angebot vorgelegt.

ver.di hat mit dem Arbeitgeber Regelungen über einen Notdienst getroffen, die vorsehen, dass für eventuelle Notfälle eine ausreichende Personalbesetzung vorhanden ist, jedoch elektive Maßnahmen und Diagnostik an diesem Tag nicht bzw. erst ab Mittag stattfinden.

Zum Hintergrund:

Bei der ersten Verhandlungsrunde zum Entgelt am 11. Oktober zwischen ver.di und den vier Unikliniken im Land hatten die Arbeitgeber kein Angebot vorgelegt. Dieses wurde für die zweite Runde am 25. Oktober angekündigt. Die Gespräche beginnen am Freitag um 10:30 Uhr im Waldaupark der SSB in Stuttgart.

Die Gewerkschaft fordert für die rund 25.000 von diesem Tarifvertrag betroffenen Beschäftigten in Heidelberg, Tübingen, Freiburg und Ulm acht Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von 18 Monaten. Um die Pflege zu stärken, hat der Gesetzgeber mit dem Pflegepersonalstärkungsgesetz die Refinanzierung von Entgeltsteigerungen und Verbesserungen der Arbeitsbedingungen für die Pflege garantiert. ver.di fordert deshalb für diese Beschäftigten 200 Euro im Monat zusätzlich.

Darüber hinaus erwartet ver.di Verhandlungen über einen Tarifvertrag alternsgerechtes Arbeiten sowie die zeitliche Höherbewertung der Samstags-, Sonntags-, Feiertags- und Nachtarbeit: die Arbeitszeit zu diesen Zeiten soll mit dem anderthalbfachen Zeitfaktor bewertet werden.

Für die Auszubildenden soll es 130 Euro/Monat mehr geben sowie fünf freie Lerntage pro Ausbildungsjahr, um sich besser auf die anspruchsvollen Prüfungen und Klausuren vorbereiten zu können.

Für die vier baden-württembergischen Uniklinika in Ulm, Tübingen, Heidelberg und Freiburg gilt ein eigener Tarifvertrag mit dem Arbeitgeberverband Uniklinika, von dem rund 25.000 Beschäftigten an den vier Kliniken betroffen sind. Die Ärzt*innen fallen unter den Tarifvertrag Ärzte Länder, das wissenschaftliche Personal als Landesbeschäftigte unter die Tarifbestimmungen des Landes.